„Wir möchten nur das Logo ändern“ kann eine kleine Anpassung sein, wenn es auf das unveränderte Gehäuse gedruckt wird. Entsteht das Logo dagegen beim Spritzgießen als erhabene oder vertiefte Kontur, betrifft es das Bauteil selbst – auch bei einer kleinen sichtbaren Fläche.

Die Grafik ist noch keine fertigungsgerechte Kontur

Beim Druck kommt ein Kennzeichnungsschritt auf einer vorhandenen Oberfläche hinzu. Ein mitgeformtes Logo verändert den formgebenden Bereich des Werkzeugs. Tiefe, Kanten, Position und Entformungsrichtung können Bearbeitung und Entformung beeinflussen.

Deshalb beschreibt ein Preis für die Werkzeugänderung nicht zwangsläufig die gesamte Leistung. Die Grafik muss in eine herstellbare Geometrie übersetzt werden; anschließend müssen Probespritzteile zeigen, ob das Ergebnis funktioniert. Eine ansprechende Darstellung ersetzt diesen Nachweis nicht.

Ein flacher Aufdruck kann die Kunststoffgeometrie unverändert lassen. Eine Vertiefung muss das Werkzeug abbilden. Keine Variante ist grundsätzlich über die gesamte Laufzeit günstiger: Druck verursacht wiederkehrenden Aufwand, die Formänderung kann anfängliche Werkzeug- und Erprobungskosten auslösen.

Der tatsächliche Eingriff bestimmt den Aufwand

Wird ein vertieftes Logo anhand eines Bildes freigegeben und anschließend nur eine „Werkzeugänderung“ angeboten, bleibt offen, ob Konstruktion und die zur Beurteilung benötigten Probespritzteile enthalten sind. Die offene Frage ist der fertigungstaugliche Lieferumfang.

Bezeichnungen wie OEM und ODM beantworten diese Frage nicht. Auch eine bestehende Plattform kann für eine lokale Änderung Entwicklungsarbeit benötigen; ein Aufdruck allein rechtfertigt umgekehrt kein vollständiges Neuentwicklungsprojekt.

Markieren Sie das gewünschte Logo in einer Schnittdarstellung des Gehäuses und lassen Sie Druck, geänderte Formgeometrie und die dafür erforderlichen Probespritzteile im Angebot klar unterscheiden.

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